Und vor dem Fenster sah ich eine Nonne kotzen

Feuilleton | aus FALTER 46/10 vom 17.11.2010

Falschheit versus Glück: Am 11. November begann in Köln der Karneval und Orchestral Manoeuvres in the Dark traten auf

Reportage: Tex Rubinowitz

Am 11.11. gilt in der Kölner Innenstadt Glasverbot: Man darf keine Gläser und Flaschen und vermutlich auch keine Aquarien mit sich führen, die Verletzungsgefahr sei zu hoch, heißt es in einem diesbezüglichen Dekret. Sie nennen es die fünfte Jahreszeit, Karnevalsanfang, natürlich hält sich niemand an das Dekret, so viel Glas kann kein Glascontainer halten, wie man dann auf den Straßen sieht.

Die Stadt wird von einer aggressiven Fröhlichkeit heimgesucht, der man sich nur schwer entziehen kann: maskierter Selbsthass, Lebensvernichtung, die verschmierte Fratze des Clowns, das ganze Gehirn weggelutscht. Und vor dem Fenster der Bar, in der man gerade sitzt, kotzt eine Nonne. Wir leben falsch, alle wissen das, und es gibt keine Alternative dazu. Die Menschen sind falsch, alle - das ist die Botschaft des Karnevals.

Aber es gibt zumindest ein Versprechen,


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