"Ich weiß schon, was jetzt kommt"

Feuilleton | aus FALTER 46/10 vom 17.11.2010

Die neue Mumok-Direktorin Karola Kraus über badischen Slang, sinnliche Konzeptkunst und Schuleschwänzen

Interview: Matthias Dusini

Die Letzten sind manchmal die Ersten. Als die Kunsthistorikerin Karola Kraus im Mai zur neuen Direktorin des Museums moderner Kunst (Mumok) bestimmt wurde, hieß es: "Bitte warten, bis man mehr sagen kann." Das Warten hat sich gelohnt: Vor der Antrittspressekonferenz am Donnerstag dieser Woche stand Kraus Rede und Antwort.

Karola Kraus: Gestern war ich nach der Eröffnung der Aktionismusausstellung mit den Künstlern aus. Die sprechen aber einen Slang!

Falter: Was sprechen denn Sie für einen Slang?

Kraus: Badisch. Nicht Schwäbisch, sondern Badisch!

Sind Sie mit Ihrer Sprachfärbung nie unangenehm aufgefallen?

Kraus: Nein. Ich habe lange Zeit im niedersächsischen Braunschweig gelebt, wo man das perfekteste Hochdeutsch spricht. Dort bin ich mit meinem Dialekt schon sehr aufgefallen. In Baden-Baden musste ich mich dann nicht mehr bemühen, hochdeutsch zu sprechen.

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