Melancholie unter dem Regenbogen aus Adidas-Jacken

Feuilleton | aus FALTER 46/10 vom 17.11.2010

Tragikomisch wie das Leben selbst: die zweite Folge der großartigen Serie "Life and Times" im Kasino am Schwarzenbergplatz

Jubelkritik: Wolfgang Kralicek

Vor vielen Jahren träumte der Grazer Dramatiker Wolfgang Bauer von einem Stück, das kein Dichter, sondern das Leben schrieb. In "Silvester oder Das Massaker im Hotel Sacher" veranstaltet ein Autor eine Party und zeichnet diese heimlich mit einem Kassettenrecorder auf; um Mitternacht überreicht er seinem Verleger das Tonband: bitte sehr, das neue Stück!

Die Serie "Life and Times" der New Yorker Off-Off-Gruppe Nature Theater of Oklahoma entsteht auf ähnliche Weise. In stundenlangen Telefonaten ließ sich das Regiepaar Kelly Copper und Pavol Liska von der 34-jährigen Musikerin Kristin Worrall deren Leben erzählen. Die Gespräche wurden mitgeschnitten und werden nun - inklusive aller "ums" und "uhs" und "yeahs" - auf die Bühne übersetzt.

Von der kitschigen Vorstellung, das Leben sei das bessere Theater, ist das auf zehn Teile angelegte


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