Silly Love Songs

Feuilleton | aus FALTER 46/10 vom 17.11.2010

Der Oberösterreicher David Lipp hat eine Albumtrilogie voller Liebeslieder abgeschlossen

Porträt: Sebastian Fasthuber

Ausdrücke wie "Schmachtfetzen" legen Zeugnis davon ab, wie verpönt das Genre Liebeslied ist. Selbst Paul "All You Need Is Love" McCartney, sonst kein sehr reflektierter Schreiber, meinte sich, als er der Welt 1976 mit den "Wings" ein weiteres Liebeslied schenkte, im Songtext gegen seine Kritiker verteidigen zu müssen: "Some people wanna fill the world with silly love songs / And what's wrong with that? / I'd like to know."

Pophistorisch gesehen werden Liebeslieder mal mehr geduldet, mal weniger. Während sich Acts in den 80er-Jahren ästhetisch fast alles erlauben durften und dabei die eine oder andere Edelballade abfiel ("Careless Whisper", "Tausendmal du"), war es in den 90ern ausnahmslos verboten, Gefühle zu zeigen. Es brauchte schon einen mutigen Mann wie Jochen Distelmeyer, um das Liebeslied 1999 auf dem Blumfeld-Album "Old Nobody" mit Songs wie "Tausend Tränen


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