Mysterien einer Frauentasche

Feuilleton | aus FALTER 46/10 vom 17.11.2010

Oksana Sabuschko lässt ihren Romanfiguren die Geschichte der Ukraine durch die Köpfe spuken

Buchbesprechung: Erich Klein

Mit der orangenen Revolution trat 2004 ein halbes Dutzend ukrainischer Autorinnen und Autoren auf den Plan, von denen der Westen noch nie gehört hatte. Die "Feldstudien über ukrainischen Sex" von Oksana Sabuschko (Jg. 1960) kamen da gerade recht, auch wenn das Buch schon zehn Jahre alt war. Die Philosophin, Essayistin und Lyrikerin schrieb darin über alles Mögliche - spät-sowjetische Depression, Schreiben, Selbstmord, nationale Identität. Sex kam eher wenig vor, aber der Werbegag funktionierte.

Vor großen ukrainischen Fragen hatte Sabuschko, die während der 90er-Jahre hauptsächlich in den USA lebte, keine Angst: Essayistisch zerpflückte sie ein Nationalheiligtum, den "Mythos Taras Schewtschenko" (1996), in jüngerer Zeit folgten die bislang unübersetzten "Texte zur ukrainischen Revolution" (2005) und "Notre Dame d'Ukraine" (2007). Die Paradefeministin und ukrainische


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