Lob des Schattens

Feuilleton | aus FALTER 46/10 vom 17.11.2010

Souverän bewegt sich William Kentridge zwischen Zeichnung, Installation und Film

Ausstellungsrundgang: Klaus Nüchtern

Im verspiegelten, cremefarbenen Entree zur Ausstellung stehen ein paar Affen herum. Sieht man vom Kopf ab, sehen sie eigentlich ziemlich menschlich aus, bloß, dass ihnen ein Schwanz aus dem Steiß wächst. Die Haltung ist auffällig gerade - so, als würden sie stolz den soeben erst erlernten aufrechten Gang vorführen. Einer der Affen hält sich zwei Menschenaugen vor die seinigen, ein anderer grinsend eine Steinschleuder und eine Palette in den Pfoten.

Die schwarzen Affenskulpturen stammen zwar von Jörg Immendorff, wirken aber - eine hübsche Korrespondenz - ein bisschen wie plastische Variationen der Zeichnungen, Ausrisse und Silhouetten, die man einen Stock höher auf den Blättern und in den Filmen von William Kentridge sieht - unter ihnen noch viel seltsamere Zwischenwesen, Verkoppelungen von Menschen mit Maschinen und Gerätschaften, der Megafonmann etwa oder die

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