Nüchtern betrachtet

Wer sich in Familie begibt, kommt rum

Feuilleton | aus FALTER 46/10 vom 17.11.2010

Feuilletonchef Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

Wie viele andere auch stamme ich ja aus einer Familie. Zu den zahlreich und leidenschaftlich geführten Diskussionen, ob das als Vor- oder Nachteil zu werten sei, kann ich nur sagen: vielleicht, vielleicht auch nicht, aber egal - man muss sich halt bemühen, was draus zu machen. Ein Bein weniger ist auch scheiße, aber wenn man eine Medaille im Hürdenlauf bei den Paralympics gewinnt, kann man zumindest aufs Mitleid seiner Mitmenschen verzichten. Dass Familien nur im Unglück so etwas wie individuelles Profil gewännen, ist Quatsch, den uns bärtige Sektenführer seit über 130 Jahren einzureden versuchen. Schnecken! Ich zum Beispiel habe eine Schwester. Schon klar - hat bald mal wer. Aber ich kenne jetzt eigentlich nicht so wahnsinnig viele Leute, die eine Schwester mit einem Master of Arts in Social Services Administration haben, eher wenige - ziemlich wenige. Das ist, fanden mein Bruder und


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