Wider die Diktatur der Trillerpfeife

Steiermark | aus FALTER 46/10 vom 17.11.2010

Wie sich die Künstlergruppe G.R.A.M., Träger des Grazer Kunstpreises 2010, aus dem Geiste des Aktionismus erfand

Laudation: Ulrich Tragatschnig

Es passt gut, dass die Verleihung des biennal vergebenen Grazer Kunstpreises, der in der Vergangenheit schon an Künstler wie Günter Brus, Jörg Schlick oder Erwin Wurm ging, mit der Vorführung des 2005 entstandenen Films "Schaumkonzert" garniert sein wird. Zu Musik von Rainer Binder-Krieglstein betreten Martin Behr und Günther Holler-Schuster, die beiden noch aktiven Mitglieder der Künstlergruppe G.R.A.M., in schwarz-weißer Kleidung eine schwarz verhängte Bühne, schütteln Magnumflaschen, bis sie einander schließlich mit Champagner vollspritzen. In einen künstlerischen Kontext transferiert, verliert das Siegerehrungsritual seine Eindeutigkeit. Was anderswo schlicht selbstverständlich ist, kann plötzlich komisch werden. Der Film mag die Preisverleihung augenzwinkernd begleiten, wenn nicht gar ironisieren, er steht aber auch paradigmatisch


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