Hundert Jahre Zeitausgleich

Befindlichkeitskolumne

Steiermark | aus FALTER 46/10 vom 17.11.2010

Die Reden des Anstreichers (wir säubern Graz)

Der BZÖ-Mariacher war einer der wenigen Politiker, die es in den Zeitausgleich geschafft haben. Das hat er sich durch eifrige Schleimprosa, unermüdlich chauvinistisches Strebertum und natürlich den exzessiven Gebrauch des Deppenapostrophs auf seinem Weblog redlich verdient. Jetzt hat er sich aber die "rote" Karte vom Parteichef (ER steht für einen Sauberkeitsprozess in der Innenpolitik!) geholt, wegen Charakterschwächen, auf Grund derer er laut Herrn Fischl (nur ungern erinnern wir uns) auch schon beim GAK rausgeflogen ist, wo man jetzt ebenfalls auf null Toleranz setzt. Ebenso bei der Polizei, die gerade Aktion scharf gegen jugendliche Sprayer in allen Bezirken macht. Die Malerbedarfsgeschäfte reiben sich staunend die Augen und Hände, denn das Graffiti-Ex, zu verwenden gemeinsam mit hochgiftigen Säuren und akkubetriebenen Kärchern, geht weg wie die "warmen Semmeln", täglich stehen Mütter oder Väter von Jungsprayern auf der Matte, die ihren Kindern den Sauberkeitsstrafprozess ersparen wollen, indem sie die Wände und Fassaden nicht nur sauber, sondern wirklich rein machen. Wirklich schade wäre es aber um das Bild auf dem Lärmschutzwall neben den Gleisen, wenn du Richtung Bruck fährst. Man kann die Entstehungsgeschichte in einer nebligen Herbstnacht auf Youtube anschauen, bereitgestellt von einem User, der allein mit seinem Nickname den Glauben an die Jugend wiederherzustellen vermag.

Dramatiker Johannes Schrettle ist zwar kaum in Graz, dennoch weiß er immer was von dort zu berichten


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