Tipp

Quereinstieg ins Studium nur noch für EWR-Bürger!

Lexikon | aus FALTER 47/10 vom 24.11.2010

Das neue Universitätsgesetz bringt für Nicht-Angehörige des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) einen entscheidenden Nachteil: Sie können in Österreich keine Studienberechtigungsprüfung mehr ablegen, der Quereinstieg ins Studium wird ihnen verwehrt. Bevor die Gesetzesnovelle am 1. Oktober 2010 in Kraft getreten ist, konnten alle Studienwillige ohne Matura mit Hilfe einer Studienaufnahmeprüfung an Österreichs Universitäten gelangen. Dabei benachteiligt die neue Regelung nicht nur im Ausland lebende Interessierte.

Der Zara-Talk "Gewollt oder Übersehen?" Quereinstieg ins Studium nur noch für EWR-BürgerInnen beschäftigt sich mit der Frage, ob die neue Regelung im Studiengesetz gewollt ist; und wenn ja, was sich die Verfasser davon versprechen. Oder wurde einfach übersehen, dass damit die Bildungschancen von Migranten beschränkt werden?

Anlass zu dieser Diskussionsrunde ist ein Klient mit permanentem Aufenthaltsrecht, der aus einem Staat außerhalb des EWR stammt und dessen Fall von der Beratungsstelle von Zara (Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit) gerade geprüft wird: Er wurde über die Rechtsfolgen erst so spät in Kenntnis gesetzt, dass ihm letztlich der Antritt zur Studienberechtigungsprüfung untersagt wurde. Experten aus dem Bildungssektor, der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH), der Rechtsberatung von Zara und dem Verein Wirtschaft für Integration diskutieren, welche Überlegungen zu dieser Neuregelung geführt haben und versuchen, die integrations- und wirtschaftspolitischen Folgen für Österreich abzuschätzen.

Mit Stefan Radinger (Jurist bei Zara), Kübra Atasoy (ÖH-Referat für ausländische Studierende), Bernhard Varga (BM für Wissenschaft und Forschung). Moderation: Claus Pirschner (ORF, FM4). sK

Hauptbücherei, Mi 19.00


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