Vernissage

Die Machenschaften der US-Militärs im Visier

Lexikon | aus FALTER 47/10 vom 24.11.2010

Wir haben es immer vermutet: Der amerikanische Geheimdienst CIA lässt Satelliten im Orbit kreisen, um uns unbemerkt zu überwachen. Der US-Künstler Trevor Paglen hat in seiner Serie "The Other Night Sky" mittels Langzeitbelichtungen von ihm ausfindig gemachte Satelliten fotografiert. In seinen Dokumentationen geht der 36-jährige Künstler, der in Berkeley auch am Institut für Geografie unterrichtet, der geheimen Militärpolitik seines Landes nach. Mittels der Dokumentation von Flügen kritisierte Paglen 2006 in seinem Buch "Torture Taxi" klandestine Gefangenentransporte, die Verdächtige zu Verhörzwecken außer Landes schafften. Spezialkameras, Präzisionsteleskope mit enormen Brennweiten und eigens programmierte Software zählen ebenso zum Werkzeug des Künstlers, wie der ständige Kontakt mit Amateuren, die sich der Flug- und Satellitenbeobachtung widmen. Bei seiner Ausstellung in Wien wird Paglen eine neue Arbeit präsentieren.

Simultan eröffnen auch die Künstler Manfred Pernice und Maria Bussmann ihre Secessionsausstellungen. "Sculpturama" nennt sich die Schau von Pernice, in der sich gewiss Referenzen aus dem urbanen Raum, dem wichtigsten Anknüpfungspunkt des Künstler, finden werden. So sicherte der Künstler in früheren Arbeiten Spuren der sozialistischen Ästhetik in Ostberlin. Pernices Skulpturen bestehen aus billigen Materialien wie Pappe, Spanplatten oder Beton, die er durch Texte und Fotokopien ergänzt. Der Stoff, ohne den die Kunst von Maria Bussmann nicht auskommt, ist die Sprache. Als Ausgangspunkt ihrer Zeichnungen dienen philosophische Schriften, zu denen die Künstlerin durch Kommentare und poetische Ergänzungen Beziehungen herstellt. Für ihre aktuelle Ausstellung "Long Beach, NY" bezieht sie sich auf einen Aufenthalt in der gleichnamigen US-Stadt. NS

Secession, Do 25.11., 19.00; bis 13.2.


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