Buch der Stunde

Ein Hitchcock-Thriller zum Selberdrehen

Lexikon | Thomas Askan Vierich | aus FALTER 47/10 vom 24.11.2010

Ab und zu schreibt der große schwedische Krimiautor Håkan Nesser auch Nichtkrimis. Oder besser: Thriller ohne Polizei. "Die Perspektive des Gärtners" ist so ein Roman - und ein erzählerisches Meisterwerk der leisen Töne. Er spielt in New York, wo Nesser mehrere Jahre gelebt hat. Nicht nur wegen des Lokalkolorits erinnert es an die besten Bücher von Paul Auster - ohne diesen zu imitieren.

Ein Mann, von Beruf Schriftsteller, sitzt in einer Bibliothek in Greenwich Village und schreibt. Über seine entführte und spurlos verschwundene kleine Tochter. Beschreibt, wie sich die Eltern in ihrem Schmerz immer weiter voneinander entfernen. Dann sieht er seine Frau auf der Straße vorbeigehen. Abends behauptet sie, das Haus nicht verlassen zu haben. Er beginnt ihr zu folgen. Offenbar pflegt sie obskure Bekanntschaften. Und offensichtlich sagt sie nicht die Wahrheit. Immer weiter verstrickt sich der Erzähler in ein Netz aus Verdächtigungen und Ungereimtheiten. Der Leser weiß nicht: Bildet der


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