Ohren auf?

Mehr ist mehr, aber zu viel ist auch zu viel

Sammelkritik

Lexikon | Klaus Nüchtern | aus FALTER 47/10 vom 24.11.2010

Wer schlecht gezeichnet wurde, ist mitunter auch schlecht drauf: Badly Drawn Boy jedenfalls fand bei seinem Wien-Konzert im Wuk vergangene Woche keinen Frieden mit dem Mikro und haderte mit dem Sound, bis ihn schon das Publikum zu beschwichtigen begann. Okay, wenn der Drummer gleich zu Beginn der Tour ausfällt (und mitunter auch echt abging), ist das ein Downer, aber insgesamt war's doch ein netter, als Solokonzert beginnender und mit Bruce Springsteens "Thunderroad" ergreifend endender Abend. Dass der mieselsüchtige Mützenmann weniger "It's What I'm Thinking" (One Last Fruit) präsentierte als einen Querschnitt durch sein gesamtes ?uvre, hat gute Gründe: Das jüngste Album klingt zwar nach BDB, aber so, als wäre es von einem Computer aus dem vorangegangenen Material hochgerechnet worden. Ohne die zwei, drei überraschenden Wendungen pro Song, die euphorische Verve und die gewohnte Raffinesse der Arrangements ist BDB ein Schatten seiner selbst - schlaff und selbstmitleidig. Kopf hoch,


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