Theater Tipps

Binders Liebestod am dramagraz

Steiermark | Hermann Götz | aus FALTER 47/10 vom 24.11.2010

Adam und Olivia lieben sich. Aber es liegt ein Schatten der Unmöglichkeit über dieser Liebe. Sie sind Geschwister. In seinem neuen Stück "Die Flucht der Wolken vor der Archivierung" widmet sich Ernst M. Binder erneut der Suche nach dem Absoluten. Diesmal in der Liebe. Dass Binder an die Unmöglichkeit seines Stoffs keine Sekunde der Ironisierung verschwendet, ist - je nach Geschmack - eine Stärke oder Schwäche. Ohne Umwege übersetzt er "Romeo und Julia" oder "Tristan und Isolde" ins Heute. Dass die Sehnsucht nach wahrer Liebe zum Menschsein gehört wie die Schuld, unterstreicht der Name Adam. Regisseur Binder überlässt die Bühne und seine beiden starken Darsteller Ninja Reichert und Werner Halbedl ganz dem Autor Binder und dessen verdichteter Poesie. Binders Text ist ein Versuch, den Himmel zu erschreiben.

dramagraz, Fr, Sa 20.00


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige