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Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 47/10 vom 24.11.2010

Dass Weihnachten "vor der Tür" steht - lange noch bevor das erste Türchen zum Adventkalender geöffnet wurde -, würde man auch merken, wenn man vom Reformationstag (für konfessionelle Mehr- und nichtlutheranische Minderheiten: der 31. Oktober) bis zum ersten Advent in der Falter-Redaktion kaserniert wäre (wo auf Punschkonsum die Prügelstrafe steht). Was, wenn ich's recht bedenke, auf Teile der Redaktion ohnedies zutrifft, einigen aber gar nicht mehr auffällt, weil die nicht mehr ans Raum-Zeit-Kontinuum glauben (für die Brodnig etwa ist das "totally last century!"). Nähert sich Weihnachten, dann füllt sich jedenfalls das Großraumbüro der Kanzlei Gepp, Ortner & Wurmdobler mit Alkohol und Sexspielzeug. Die werden von Alkohol- und Sexspielzeugmanufakturen eingeschickt, damit wir was drüber schreiben, aber das ist unseriös, weswegen wir es an Bedürftige weiterschenken.

Wir kriegen aber auch ganz tolle Sachen geschenkt: Design, Mode und so Zeug. Da hat der Wurmdobler ein Aug drauf und wachelt die Elstern weg. Wenn er da ist. Zwischenzeitlich war er nämlich schnell bei der Olivenernte auf Kreta oder Rhodos oder so, was also vermutlich im nächsten Jahr to-tal an-ge-sagt sein wird (Trendhound Wurme ist da immer etwas fixer als der Rest). Die tollen Sachen jedenfalls werden verlost. Das Los kostet zehn Euro, und wer Glück hat, kriegt dafür was Urwertvolles. Die eigentliche Pointe daran aber ist, dass das Integrationshaus möglichst viel Kohle kriegen soll. Letztes Jahr waren das immerhin 11.200 Euro, heuer wollen wir das noch überbieten. Also: Macht hoch die Tür, das Börsl auf!


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