Meinesgleichen

Ein ungewöhnlich denkender Amerikaner

Falter & Meinung | aus FALTER 47/10 vom 24.11.2010

Das Institut für die Wissenschaften vom Menschen, eines jener von unserer weisen Forschungspolitik bedrohten außeruniversitären Forschungsinstitute, brachte ihn nach Wien: Nicholas Lemann, Dekan und Professor an der School of Journalism der Columbia University, New York. Der Mann ist selber Journalist, schreibt für den New Yorker (der Philosoph Theodor W. Adorno bezeichnete den New Yorker übrigens noch als Witzblatt, was nicht abwertend gemeint war. Heute ist er eines der angesehensten Magazine der Welt, was immer uns das über den Lauf der Welt sagt). Nicholas Lemann gab der Website ORF.at, wo das, was vor kurzem als "Futurezone" wegprivatisiert wurde, nun erfreulicherweise unter "Science" weiterläuft, ein Interview.

"Die Geschichte des Journalismus war immer stürmisch", sagte Lemann, "es kamen ständig neue Medien hinzu, die alten Medien mussten sich immer anpassen. Deswegen ist das Internet auch nicht das Wichtigste, was je passiert ist. Es gab immer gute und schlechte Zeiten, der Wandel ist die einzige Konstante." Für einen Amerikaner nicht ganz selbstverständlich ist folgende Aussage: "Freie Gesellschaften brauchen eine freie und unabhängige Presse. Was bedeutet das für die Zukunft dieses gesellschaftlichen Guts? Entweder es verschwindet oder es muss anders finanziert werden." Das wäre eine lohnende Frage für die Medienpolitik: Wie kann eine Zeitungsförderung gestaltet sein, die gezielt Qualität fördert, weil die Demokratie sie braucht?

Quelle:

Nicholas Lemann im Gespräch mit Lukas Wieselberg,


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