Jugend ohne Job: Die Kids müssen büßen

Falter & Meinung | aus FALTER 47/10 vom 24.11.2010

In der EU explodiert die Jugendarbeitslosigkeit, doch die Politik hat andere Prioritäten. Auch in Österreich

Kommentar: Markus Marterbauer

In der Europäischen Union herrscht der Sparwahn. Kein Tag, an dem nicht ein Finanzminister eines Mitgliedslands neue schmerzhafte Ausgabenkürzungen oder Steuererhöhungen verkündet. Die Minister gefallen sich als kleine Winston Churchills: Blut, Schweiß und Tränen seien unvermeidbar, sonst verweigern die Finanzmärkte die Finanzierung der Staatsschulden. Doch gerade haben der Staat mit Kapitalspritzen und Garantien im Ausmaß von tausend Milliarden Euro und die Europäische Zentralbank mit Billiggeld in gleichem Volumen die Finanzinstitutionen vor dem Zusammenbruch gerettet. Und nun droht eben diese Finanzwelt, die Staaten fallen zu lassen? Verrückte Welt.

Die europäische Politik hat sich in ein enges Korsett schnüren lassen und jammert nun, dass ihr die Luft ausgeht. Beim Sparen beweist sie plötzlich doch langen Atem und sogar heimliche Lust.


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