Kolumne

Ein leerer Sessel symbolisiert die Unterdrückung in China

Außenpolitik


Franz Kössler

Falter & Meinung, FALTER 47/10 vom 24.11.2010

Die chinesische Regierung unternimmt alle erdenklichen Anstrengungen, um die Überreichung des Friedensnobelpreises an den Regimekritiker Liu Xiabao zu boykottieren. Und zeigt damit nur noch offener, wie brisant das Thema Menschenrechte in China geworden ist und wie sehr die neue Weltwirtschaftsmacht Kritik lieber erstickt als sie zu nützen.

Noch nie in der 109-jährigen Geschichte des Nobelpreises, sagt der Sekretär des norwegischen Komitees, habe es einen so massiven politischen Druck gegeben. Alle in Oslo akkreditierten Botschafter, die üblicherweise zur feierlichen Verleihung eingeladen werden, sind von den Chinesen vor der Teilnahme gewarnt worden - die Pekinger Regierung würde das als feindseligen Akt interpretieren. Sechs Länder, darunter Russland, Kuba, Irak und Marokko, haben bereits abgesagt, andere sich Bedenkzeit genommen. Die EU-Staaten haben bisher vor, dem Druck zu widerstehen und geschlossen teilzunehmen.

Der Stuhl des Preisträgers selbst wird am 10. Dezember leer bleiben.

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