Die Kinder vom Arbeitsamt

Politik | aus FALTER 47/10 vom 24.11.2010

Sie haben keine Schulbildung und träumen dennoch von Wohlstand. Wer hilft Wiens arbeitsloser Jugend?

Reportage: Stefan Apfl

Der einzige Satz, den Mikail, 22 Jahre, österreichischer Staatsbürger, arbeitslos, auf Deutsch sagt, lautet: "Alles Scheiße." Er nimmt einen Schluck Energy-Drink, steckt sich eine Marlboro an und schaut auf den blinkenden Bildschirm vor ihm.

Wien-Brigittenau, Dresdner Straße 52, Anfang November. Einen Steinwurf von der Millennium City entfernt sitzt Mikail im hintersten Eck eines Internetcafés, wie jeden Abend. Er spielt Counter-Strike, Poker und plaudert mit Freunden.

Bald nach seiner Geburt übersiedelte er mit seiner Familie in die Türkei, besuchte eine Volksschule in Ankara, eine Hauptschule in Antalya und zog danach fünf Jahre lang als Hilfsarbeiter durch Anatolien. Er servierte Tee, verkaufte Blumen, verdingte sich als Fräser. Drei, vier Jahre ist es her, seit er nach Österreich zurückkehrte.

Seither gehe er ebenso regelmäßig zum AMS, wie er die Termine


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