Grosny in Floridsdorf

Politik | aus FALTER 47/10 vom 24.11.2010

Erste Woche im Prozess rund um den Politmord an Umar Israilov: Ein zögerlicher Staatsanwalt kreist stümperhafte russische KGB-Agenten ein

Gerichtsreport: Florian Klenk

Wie erklärt man Laienrichtern die politische Bedeutung eines Mordes an einem tschetschenischen Flüchtling in Wiens Vorstadt? Wie weckt man ihr Interesse für die Methoden eines fernen Despoten namens Ramsan Kadyrow, Präsident der russischen Teilrepublik Tschetschenien?

Ankläger Leopold Bien versucht es im Schwurgerichtssaal so: "Tschetschenien", sagt er und projeziert eine Karte an die Wand, "Tschetschenien ist so groß wie die Steiermark." Es sei eine kriegsgebeutelte Region, die Politmafia regiere das Land. "Was Sie, liebe Geschworene, das alles angehe?" Im Jänner 2009, fährt Bien fort, "war Tschetschenien unter uns, im 21. Wiener Gemeindebezirk".

Am 13. Jänner wurde in der Ostmarkgasse Umar Israilov erschossen. Israilov, Familienvater und radikaler Muslim, kämpfte gegen Kadyrow. Er wurde von dessen Schergen gefangengenommen,


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