Beharrlichkeit als republikanische Tugend

Feuilleton | aus FALTER 47/10 vom 24.11.2010

Vergangene Woche wurde Armin Thurnher mit dem Ehrenpreis des Österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln ausgezeichnet

Laudatio: Konrad Paul Liessmann

Die Zeit, dieser unerbittlich alles mitreißende und verschlingende Strom, rückt auch manches zurecht. Wer sich als jüngerer Mann nicht nur die Rolle eines antiken Mahners, der den Beinahmen "der Ältere" trug, anmaßte, sondern damit auch das Pseudonym seines journalistischen Lieblingsfeindes usurpierte, konnte leicht in den Verdacht geraten, eine Widerständigkeit und Hartnäckigkeit nur zu simulieren, die weder dem raschen Wandel einer Medienlandschaft noch dem Lebensalter des Akteurs entsprach.

Jedes Jahr aber, das ins Land zieht und nichts an dieser Beharrlichkeit zu ändern vermag, entzieht diesem Verdacht seine Grundlage. Nun ist eine Zeit gekommen, in der man Armin Thurnher sein ceterum censeo nicht mehr als Anmaßung, Satire oder Attitüde ankreiden kann, sondern anerkennen muss, dass in dieser Formel Habitus


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