Stadtrand?

Lichtbehinderung und andere Lichtweisen

Urbanismuskolumne

Stadtleben | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 47/10 vom 24.11.2010

Wien leuchtet wieder. Ab dem ersten Adventsamstag verstärkt und wie immer irre weihnachtlich. Nur vier Prozent der Befragten einer Studie gaben an, dass sie auf Lichterglanz zum Weihnachtsfest verzichten können. Wahrscheinlich können diese vier Prozent auf Weihnachten generell verzichten und gehen stattdessen lieber auf ein Heavy-Metal-Konzert oder so. Die Umfrage gab übrigens der Konzern Blachere Illumination in Auftrag, der in so ziemlich jeder europäischen Stadt die Finger auf dem Weihnachtsbeleuchtungsschalter hat - in Wien sind zum Beispiel der Graben oder die Kärntner Straße fest in Blacheres Händen. Nein, auch wir zählen zu den 96 Prozent, denen beim Anblick von tausenden LED-Lichtern stets das Herz übergeht. Sieht doch toll aus! Und ist gar nicht so stromfresserisch, wie man annehmen würde. Das beruhigt einen gleich ein bisschen, so als Klimaschützer und Fußabdrücker. Oder halten Sie die ganze Weihnachtsbeleuchterei nur für Lichtbehinderung, für Anstiftung zum Konsum? Ach, gehen Sie doch auf Ihr Heavy-Metal-Konzert!


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