"Die Literatur ist korrumpiert"

Steiermark | aus FALTER 47/10 vom 24.11.2010

Die Übersetzerin Elisabeth Markstein hat den Sibirien-Schwerpunkt der Zeitschrift Lichtungen mitkuratiert

Begegnung: Herwig G. Höller

Sie hatte vergessen, einen Schalter umzulegen, und Nikita Chruschtschow, der 1960 in Wien mit Wirtschaftstreibenden konferierte, hörte kurzfristig keine Übersetzung mehr. Der sowjetische Regierungschef gab sofort der westlichen Technik die Schuld. "Nach der Veranstaltung hat er sich aufrichtig bedankt. Er hatte keine Ahnung, dass eine dumme Dolmetscherin die Ursache des 'technischen' Problems gewesen war", beichtet Elisabeth Markstein und lacht herzhaft.

Seien es ihre Begegnungen mit längst verstorbenen Literaturpreisträgern, konspirative Treffen oder der abenteuerliche Schmuggel von Texten - die Geschichten, über die Markstein erzählen kann, stammen aus einer ganz anderen Zeit. Die zentrale Rolle in ihrem Leben spielt wohl die Liebe zum Russischen, die die 1929 geborene Übersetzerin zu einer der wichtigsten Vermittlerinnen russischer Literatur in Österreich


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