Klatscht in die Hände, tanz den Peter Handke

Steiermark | aus FALTER 47/10 vom 24.11.2010

Theater Kaendace verehrt Peter Handke die Umsetzung seines Monologs "Bis daß der Tag euch scheidet"

Theaterkritik: Hermann Götz

Peter Handkes Monolog "Bis daß der Tag euch scheidet" ist ein eindrucksvoller Text, in dem der Dichter eine seiner großen Stärken feiert: die bedingungslose Selbstbeobachtung und -entblößung. Wobei naturgemäß auch jener Handke-Hang zutage tritt, den man, nun ja, schon mögen muss. Die ausdauernde Umkreisung des eigenen Ich offenbart eine doppelte Eitelkeit: die des wortgewaltigen Analysten und die des Egozentrikers, der sich selbst das einzig Wichtige ist.

Genau das ist auch Thema des Textes, den Handke als Widerhall auf Samuel Becketts "Das letzte Band" einer Frau in den Mund legt, einer Verblassten, die aber nicht Objekt, sondern Subjekt der Rede ist: Sprecherin von Handkes Gedanken über sich selbst. Daraus wird nicht weniger als eine umfassende Autorenbeschimpfung, auch wenn es um den Menschen Handke geht. Die beiden lassen sich hier eben nur schwer auseinanderdividieren.


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