Hundert Jahre Zeitausgleich

Befindlichkeitskolumne

Steiermark | aus FALTER 47/10 vom 24.11.2010

Danielle Durand im Weihnachtsmarktmilieu?

In Straßenbahnen werden derzeit gerne historische Romane gelesen, auch Österreich und die Krone sind recht beliebt, und für fahrende Familien sind pädagogisch wertvolle Bücher aus der Reihe "Max geht nicht mit Fremden mit", "Die Raupe Nina fährt Straßenbahn" und so weiter gerade der große Renner. Man liest, um sich gegen Grauen und Unbill des Alltags da draußen abzuschotten bzw. um seine Kinder von den grauslichen Tierbildern abzulenken, die Tierschützer manchmal am Hauptplatz bei ihrem Standl platzieren und böse Träume von aufgespießten Raupen in Schlachthäusern in die zarten Kinderseelen pflanzen. Wobei die Aktivisten und -innen (so viel Zeit muss sein!) eh interessante und offene Gesprächspartner sind, durchaus. Umso schockierender die Nachricht, dass eine von denen, Danielle Durand, eine verdeckte Staatsschutz-Informantin war, die die Szene infiltriert und - wie oft in solchen Fällen - zu größerer Radikalität und sorgfältigerer Konspiration getrieben hat. Mit falschem Namen und steirischem Akzent. Dann ist sie verschwunden, wie auch die Tierschutzaktivisten überhaupt, und an ihre Stelle sind Weihnachtsmärkte getreten, die mit vielen schönen Sachen gegen den Konsumrausch ankämpfen wollen und in diesem Jahr ganz bewusst hinter Glitzer und Kitsch zurücktreten. Was steckt wohl wirklich dahinter?


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