Kunstpiloten unterwegs in allen 17 Grazer Bezirken

Steiermark | Herwig G. Höller | aus FALTER 48/10 vom 01.12.2010

Die "Intro-Graz-Spection" feiert zwanzig Jahre

Ihre Bezeichnung war bei einer Exkursion nach Kaprun entstanden: Werner Schwab (1958-1994), dem noch ein kometenhafter Aufstieg als Dramatiker bevorstand, der Künstler Werner Gärber und der Kulturaktivist Christian Marczik erdachten dort "Intro-Graz-Spection". Wenig später trat man im April 1989 mit "Die Vorstadt schlägt zurück" erstmals in Erscheinung. Und organisiert seit jeher Kunst, vor allem im öffentlichen Raum, aber keinesfalls nur in Graz: 1995 zeigte man eine Installation von fedo ertl und Marczik in New York, die sich mit Todeszellenkandidaten in den USA beschäftigte. Die aus politischen Gründen verweigerte Subvention sorgte für einen Eklat.

Mit etwas Verspätung begeht der Verein nun sein 20-jähriges Bestehen. "Urbane Kunstpiloten" nennt sich das Mehrspartenprojekt, in dessen Rahmen 17 Künstler oder Künstlergruppen in je einem Grazer Bezirk tätig wurden. Literat Mathias Grilj ließ etwa das mittlerweile geschlossene Café Eisvogel in der Annenstraße mit einer Klanginstallation wiederbeleben, G.R.A.M. reinszenierte Verbrechensbilder in der Triestersiedlung, und Herbert Soltys erweitert das Schaufelrad vor der Maschinenfabrik Andritz derzeit mit geometrischen Formen. Alle 17 Positionen sind zudem in der ORF-Funkhausgalerie zu sehen. Obschon unter erschwerten ästhetischen Bedingungen: Im Raum muss auch ein Christbaum stehen.

ORF-Funkhausgalerie, 09.00-15.00, bis 15. Dezember


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