Kritiken

Clown Puntila und sein Knecht Matti

Lexikon | aus FALTER 48/10 vom 01.12.2010

Der deutsche Regisseur Thomas Schulte-Michels, 66, ist so etwas wie der Michael Thalheimer des Volkstheaters. Nicht ganz so radikal, aber ähnlich effektiv wie sein 20 Jahre jüngerer Kollege verpasst Schulte-Michels den Stücken eine beherzte Strichfassung und einen strengen formalen Rahmen. Das führt auch in seiner dritten Arbeit am Volkstheater zu einer Aufführung, wie man sie an diesem Haus selten zu sehen bekommt. Bertolt Brechts "Herr Puntila und sein Knecht Matti" ist normalerweise ein überlanger Trinkerwitz: Der reiche Puntila ist nur so lange ein guter Mensch, solange er betrunken ist. Mit Marcello de Nardo und Günter Franzmeier erzählt Schulte-Michels das finnische Parabelmärchen in nur 90 Minuten und als Clownspiel: geschminkte Gesichter, Chaplin-Melonen, Stummfilmmusik. Klingt grausam - aber es wirkt. W K

Volkstheater, Sa 19.30, So 15.00, Do 19.30


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