Tipp Klassik

Gute Musik ist nie zu lang

Lexikon | aus FALTER 48/10 vom 01.12.2010

Der damals 29-jährige András Schiff hatte sich 1982 erstmals an J.S. Bachs einzigartige "Goldberg-Variationen" gewagt und mit betont spielerischem Zugang und großzügigen Verzierungen einen Kontrapunkt zur legendären Interpretation Glenn Goulds gesetzt. 21 Jahre später folgte die zweite Einspielung des Ungarn, mit weniger Brillanz, aber dafür umso mehr Raffinesse. In diesem großartigen Konzertmitschnitt zelebrierte Schiff jeden einzelnen Satz wie ein Juwel und dokumentierte dabei stets seinen großen Respekt vor dem Genie - nicht zuletzt dadurch, dass er jede einzelne Wiederholung ausspielt und das Werk so auf über eineinviertel Stunden Dauer anwachsen lässt. "Gute Musik ist nie zu lang", sagte er dazu. CF

Konzerthaus, Do 19.30


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