Kritiken

Matthias Herrmanns intimer Blick auf die Welt

Lexikon | aus FALTER 48/10 vom 01.12.2010

Und wir hatten gedacht, er hätte uns schon alles gezeigt: Von Matthias Herrmann sind vor allem Aktfotos mit Selbstauslöser bekannt, in denen er seine volle Mannespracht präsentiert. Insofern verwundert das Wort "privat" im Titel der aktuellen Ausstellung. Die Schau "Privacy Property Photography: Paraphernalia" zeigt aber nicht ironisch-queeres Fetischspiel, sondern erstmals Architektur- und Interieurfotos, die der Künstler auf Reisen geschossen hat. Auf dem Hügel sitzt da etwa ein Herrenhaus, und wer den Titel "Abandoned Hospital for People with Mental Illness Beacon" liest, dem wird es sofort unheimlich. Herrmann hält ebenso Inschriften auf der Straße wie Dekormalerei im Schloss Nymphenburg fest. Vergleiche mit anderen Fotografen kommen einem in den Sinn, gemeinsam ergeben Herrmanns Ansichten doch eine ganz persönliche Sichtweise. NS

Galerie Steinek, bis 28.12.


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