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Die heißen Tränen der Jungfrau von Orleans

Lexikon | aus FALTER 48/10 vom 01.12.2010

Eine melancholische Stimmung zieht sich durch die Schau von Ana Torfs. Die Vertiefung in die große Materialfülle der 1964 geborenen Belgierin verstärkt diesen Eindruck noch. Torfs greift häufig auf historische Stoffe zurück. So geht die stärkste Arbeit der Schau auf die Verhöre der Jeanne d'Arc durch die Inquisition zurück. Die Dia-Installation "Du mentir-faux", die Bilder einer Frau und Textdias zeigt, dreht sich um die Glaubensfrage, was zu einem Idol erhoben werden darf. Gerichtsprotokolle dienten auch als Grundlage für die Arbeit "Anatomy", die den Fall der Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht aufrollt. Fesselnder gestalten sich Torfs' Tableaus "Family Plot #1", in denen sie dem Geist des Kolonialismus nachgeht, der die Benennungen tropischer Pflanzen kennzeichnet. NS

Generali Foundation, bis 12.12.


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