Meinesgleichen

Sein Erfinder über Fluch und Segen des Internets

Falter & Meinung | aus FALTER 48/10 vom 01.12.2010

Nein, keine Angst, heute geht es dem Meerschwein nicht an den Kragen. Das Internet wurde vor 20 Jahren erfunden, seinem Erfinder Tim Berners-Lee zufolge, der sollte es wissen. Der beim Cern in Genf tätige Wissenschaftler brachte auf seinem Computer Anfang Dezember 1990 den ersten Browser und die erste Website zustande. In einem Artikel in der Zeitschrift Scientific American erinnert Berners-Lee nun an dieses Datum (ich freue mich, dass gerade ich es bin, der im Falter der Community die Erinnerung an diese Erinnerung überbringen darf). Er verbindet diese Reminiszenz mit einem Plädoyer für ein freies Netz, das ihm zufolge heute mehr für die Meinungsfreiheit leiste als irgendein anderes Medium.

Berners-Lee befasst sich kritisch mit Tendenzen, welche die mögliche (Meinungs-)-Freiheit des Internets angreifen. Er nennt Smart-Phone-Apps, die nicht über das Netz zugänglich sind, und plädiert für Web-Apps. Er sieht die Neutralität des Netzes bedroht, weil die sogenannten Social Networks (ich habe das "Soziale" an ihnen immer schon in Anführungszeichen gesetzt) sich vom Netz abgrenzen, um die Daten ihrer User mit keinem anderen Anbieter teilen zu müssen (nicht, um diese zu schützen). Er sieht ein Netz der mehreren Geschwindigkeiten (Mobilfunkkonzerne beanspruchen für sich Vorrang und höhere Geschwindigkeit), was seiner Meinung nach die neue Kommunikationsfreiheit bedroht, er sieht zugleich die Notwendigkeit und die Gefahren staatlicher Intervention.

Quelle:

www.scientific-american.com/article.cfm?id=long-live-the-web&page=6


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