Kommentar?

Metaphern zuhauf - schnürt das Paket, den Schirm spannt auf

Sprachkritik


Klaus Nüchtern
Falter & Meinung | aus FALTER 48/10 vom 01.12.2010

Grundsätzlich ist die Lage besorgniserregend: Die Klimakatastrophe steht vor der Haus-, die Pisakatastrophe gar vor der Wohnungstür, und die nächste Blase platzt bestimmt.

Dennoch sind Politiker - ganz unabhängig von ihrem Geschlecht - stets auch weiterhin "guter Hoffnung", dass man trotzdem immer "am Ende des Tages gut aufgestellt sein" werde.

In jüngster Zeit aber hat sich die offenbar pathosscheu gewordene Politmetaphorik in der weiten Ebene banaler Alltagsverrichtungen eingerichtet: Pakete werden ge-, ver- und aufgeschnürt, auf den Weg gebracht, indes nur selten empfangen, dafür mitunter "entschärft" - das pyrotechnische Potenzial postalischer Vorgänge ist offensichtlich doch nicht restlos zu tilgen.

In letzter Konsequenz macht die Phraseologie im Kurzschluss der Selbstevidenz jede Auseinandersetzung mit einer Sache überflüssig - wie sich am Beispiel des österreichischen Vizekanzlers Josef Pröll studieren lässt, der den jeweils rezenten Metaphernmüll mit der bewusstlosen

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