Kolumne??

Die Eurokrise als Ausdruck für Europas fehlende Führung

Außenpolitik

Falter & Meinung | Raimund Löw | aus FALTER 48/10 vom 01.12.2010

Die Finanzmärkte betreiben Euroschießen. Aber die Politik verschläft den Kampf um die Zukunft Europas. Die Regierungen fallen lieber in nationale Reflexe zurück, als an der lähmenden Kleinstaatlerei zu rütteln, die den Kern des Problems ausmacht.

Für Irland gilt Deutschland als der große Buhmann, hat doch Angela Merkel zum falschen Zeitpunkt danach gerufen, bei Staatspleiten private Investoren zur Kasse zu bitten.

Das erspart es den Parteien in Dublin, sich der eigenen Verantwortung zu stellen. Deutschland gibt dem angeblichen Schlendrian der europäischen Südstaaten die Schuld, vergisst dabei aber die Rolle der eigenen Banken.

Portugal und Spanien sehen sich als Collateral Damage eines Wirbelsturms, der weit weg, an der Wall Street, in Athen, Dublin und Berlin, seinen Ursprung hat.

Klar: Irland ist wegen der riskanten Finanzgeschäfte am Boden. Aber im irischen Kasino haben alle Banken des Kontinents gespielt. Weil die Regierung in Dublin die Haftung für einen Finanzsektor übernommen


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