Die Geschichte eines anständigen Schlächters

Politik | aus FALTER 48/10 vom 01.12.2010

Wie aus dem wegen Mordes verurteilten KZ-Arzt Sigbert Ramsauer ein angesehener Bürger wurde - und was das über Österreich erzählt

Rezension: Walter Manoschek

Wer ihn im Interview mit dem Dokumentarfilmer Egon Humer gesehen hat, wird ihn vermutlich nie vergessen: Dr. Sigbert Ramsauer. Der damals 81-Jährige saß in seiner Klagenfurter Ordination und plauderte launig und selbstgerecht über seine Zeit als SS-Arzt im KZ Loibl, einem Außenlager von Mauthausen. Ramsauer verstand sich als Prototyp jener, die Jörg Haider in seiner berüchtigten Krumpendorf-Rede vor ehemaligen Mitgliedern der Waffen-SS als "anständige Menschen" bezeichnete, die ihrer "Überzeugung treu geblieben" sind. Ramsauer verehrte Jörg Haider als Vertreter des alten Geistes der Waffen-SS, über den er meinte: "Man muss ja net gleich sagen, ein kleiner Hitler', aber ein Hoffnungsschimmer ist es."

20 Jahre später beschäftigen sich Lisa Rettl und Peter Pirker mit der Biografie dieses Mannes. Gestützt auf eine Fülle


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