"Du da oben im Himmel, sei nicht böse!"

Feuilleton | aus FALTER 48/10 vom 01.12.2010

Die Witwe Elisabeth Leopold verkauft Teile der Sammlung ihres Mannes, die dieser ersteigert, aber nicht ausgelöst hat

Reportage: Nicole Scheyerer

Wer die aktuellen Kataloge der Wiener Kunstauktionen durchblättert, muss sich wundern. Da veranstaltet einerseits das Dorotheum eine Spezialauktion "Bilder und Jugendstil aus der Sammlung Leopold II". Dabei handelt es sich um Objekte, die der im Juni verstorbene Rudolf Leopold seit dem Verkauf seiner berühmten Schiele-&-Co-Sammlung 1994 an den Staat privat erworben hatte. Andererseits bietet auch die Konkurrenz im Palais Kinsky vieles mit der Herkunftsinfo "Leopold" an. Echte Spitzenwerke fehlen aber ebenso wie der Name Schiele.

Für die Witwe Elisabeth Leopold entstehen durch die Verkäufe keine weißen Flecken an der Wand. "Mein Mann hat all diese Kunstwerke ersteigert, aber nie abgeholt", erklärt sie im Interview. "Ein Bild schöner als das andere", befindet die Erbin zum Angebot im Dorotheum, für dessen Lagerung die Kosten bereits eine halbe


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