Vorbesprechung: Paul Pechmann

Steiermark | aus FALTER 48/10 vom 01.12.2010

Die vom Grazer Germanisten Kurt Bartsch kuratierte Ausstellung "weiterschreiben. 50 Jahre manuskripte" ist die bislang materialreichste Dokumentation zum herausgeberischen Lebenswerk von Alfred Kolleritsch; sie verspricht sowohl für Erstleser als auch für Kenner der manuskripte erhellende Lektüren, und auf jeden Fall ist sie ein notwendiger Beitrag zur Lichtung des durch Mythenbildung von Graz als ehemaliger "Literaturhauptstadt" und durch das Zirkulieren von Anekdoten entstandenen Begriffsnebels.

Die Ausstellung zeigt vor allem Texte - darunter zahlreiche Handschriften und Typoskripte -, dazu Fotos und die Hefte selbst, im Foyer ist noch Platz für den Radax-Film "Dichter Forum Graz" aus den Sechzigern. Zu einem guten Teil stammen die Exponate aus dem manuskripte-Archiv, wobei Bartsch bevorzugt solche Blätter auswählte, die Spuren des Produktionsprozesses tragen.

Gerade die Selektion des Materials verlangte dem Ausstellungsmacher einiges ab: Was auswählen aus den jetzt 190 Heften (schätzungsweise

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