Hundert Jahre Zeitausgleich

Befindlichkeitskolumne

Steiermark | aus FALTER 48/10 vom 01.12.2010

Innovative, aber schlechte Geschäftsideen für Graz

Halb abgefahrene Fahrscheine an zusteigende Passanten verschenken (bringt kein Geld + die Zielgruppe reagiert verstört und aggressiv), Weihnachtspunsch-Zustellservice an Privathaushalte (schmeckt eigentlich niemandem), satirische Betrachtungen über Adventszeit + Konsumrausch für Tageszeitungen verfassen (Markt ist gesättigt + Nachfrage im Sinken), Solo-Partys mit viel Alkohol und anderen leichten Drogen am 24.12. veranstalten (prinzipiell gute Idee, vielleicht ein paar Jahre zu früh - abwarten, bis Zielgruppe vollständig mit ihren Familien gebrochen hat!), "Ich bremse auch für den obersteirischen Weihnachtsmann"-Pickerl für Pkw verkaufen (Nachfrage bereits zu 125 Prozent gestillt), gute Laune in der Straßenbahn verbreiten (s.o.), gewalttätige Szenen mit Zombies auf der Straße nachstellen und danach Geld einsammeln (Polizei ist sofort da, couragierte Grazer neigen zur spontanen Gewalt), zur inneren Einkehr mahnen (siehe "satirische Betrachtungen"), mit Gitarre durch die Straßenbahn gehen und "Oh Jubel, oh Freud" singen (Risiko!), Kokain am Christkindlmarkt verchecken (geht leicht im Schnee verloren + Zielgruppe ist bereits auf Urlaub), reiche betagte Grazerinnen und Grazer glücklich machen (geht erst wieder im Februar, zu Weihnachten und Jahreswechsel tauchen die Erben auf und machen Stunk), Vanillekipferl übers Internet vertreiben (fallen auseinander).

Dramatiker Johannes Schrettle ist zwar kaum in Graz, dennoch weiß er immer was von dort zu berichten


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