Meinesgleichen

Als ich wieder einmal klimamäßig versagte

Falter & Meinung | aus FALTER 49/10 vom 08.12.2010

Hat die Umweltbewegung ein Problem? In meiner bescheidenen Wahrnehmung hat sie es. Sie ist nicht ironiefähig. Dieses Problem wird nicht auf dem Klimagipfel in Cancún verhandelt, sondern im Falter auf dieser Doppelseite. Links lesen Sie Auszüge aus Leserbriefen, die sich auf meinen letztwöchigen Kommentar beziehen, der in ironischer Form die hilflose Art betrachtete, mit der unsere Gesellschaft und ihre Medien mit dem Klimawandel umgehen, nämlich indem sie ihn umgehen (Cancún 2010) oder zur Katastrophe stilisieren (Kopenhagen 2009). Ich hätte auch schreiben können, sie ist nicht fähig, damit vernünftig umzugehen. Das konnte ich mir sparen, die Leserbriefe sind der Beweis.

Meinen ironischen Schluss ("Trinken wir halt Waldviertler Cabernet") für meine Haltung zu nehmen und als eine Aufforderung zur Resignation zu verstehen, dazu gehört eine ordentliche Portion Meerschweinchentum. Offenbar muss man hysterisch kreischen, damit man zum richtigen Lager gezählt wird. Okay, Freunde von Global etcetera, kurz herhören: Ich finde den Klimawandel böse und will, dass er gestoppt wird, aber pronto! Anders als Andrea Merkel sind mir zwo Grad plus auch schon zu viel. Andererseits bleibe ich bei meiner Ansicht, dass die Menschheit Apokalypsen nur begrenzt zu absorbieren vermag. Den Rest verdrängt sie. Gerade regt sie sich über Wikileaks und Pisa auf, das Klima muss warten. Dass die Welt insgesamt immer ungerechter wird, stört anscheinend keinen mehr.


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