Der schlimmste Job der Welt

Politik | aus FALTER 49/10 vom 08.12.2010

Die Psychologin Cecilia Heiss hilft Folteropfern, die in Wien gelandet sind, doch der Staat hilft kaum mit

Porträt: Ingrid Brodnig

Cecilia Heiss hat den schlimmsten Job, den es gibt. Sie sitzt in einem kleinen Raum, vor ihr steht eine Packung Taschentücher und sie hört den ganzen Tag Menschen zu, die von unaussprechlichen Dingen erzählen. Es sind Erlebnisse von Kindersoldaten, die gezwungen wurden, Menschen umzubringen; von Regimekritikern, die eingesperrt und scheinhingerichtet wurden; von Kindern, die bei der Ermordung ihrer Eltern zusehen mussten. Cecilia Heiss erträgt ihren Job, weil er mehr ist als ein Job.

Sie hört Folteropfern und Kriegsüberlebenden zu und entscheidet, wer eine Therapie bekommt. Die Psychologin leitet den Verein Hemayat, der seit 15 Jahren traumatisierten Flüchtlingen hilft. Hemayat ist das persische Wort für Schutz. Heiss führt in ihren kärglichen Büroräumen im Wiener Integrationshaus die Abklärungsgespräche durch und ist oft die erste Person, der die


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