Nachgesehen??

Der Schauplatz, am Tag nach dem Geschehen noch einmal betrachtet

Politik | Joseph Gepp | aus FALTER 49/10 vom 08.12.2010

Unsicherheitsfaktor: Ins friedliche Macondo kommt ein Gefängnis

Genauso schaffe man "Angst und Verunsicherung", sagt Philippa Wotke. Die studierte Ökonomin, 40, leitete bis zur Schließung 2009 das Kardinal-König-Haus, ein Asylheim im Flüchtlingsdorf Macondo. In Macondo leben insgesamt 3000 Menschen aus 22 Ländern beieinander - bisher völlig friedlich und problemlos. Das Innenministerium verwandelt jetzt das König-Haus in ein Gefängnis für abzuschiebende Familien. "Mitten in einer Siedlung teils traumatisierter Flüchtlinge wird es stehen. Da kommen auch eigene Fluchtgeschichten wieder hoch", sagt Exchefin Wotke. Wie sie warnen andere Organisationen, etwa die Caritas, vor der Zerstörung der funktionierenden Sozialstruktur in Macondo. "Aber im Gegensatz zu Wienern kann man über Flüchtlinge ja drüberfahren", sagt Wotke. "Als Maria Fekter nach dem Fall der Komani-Zwillinge über humane Abschiebemöglichkeiten für Familien sprach - da schwante mir schon Böses, was Macondo betrifft."


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