Technik?

Das neue E-Book: mit Elektrotinte und Farbe

Dinge, die uns brauchen

Medien | aus FALTER 49/10 vom 08.12.2010

Prüfbericht: Thomas Vašek

Irgendwas fehlt immer. Man kann nicht alles haben, weder im Leben noch bei elektronischen Geräten. Gängigen E-Book-Readern zum Beispiel fehlt die Farbe. Die meisten haben heute ein E-Ink-Display, das im Unterschied zu LCD-Bildschirmen ohne Hintergrundbeleuchtung auskommt. Solche Bildschirme ahmen bedrucktes Papier nach, sind äußerst stromsparend und auch bei Tageslicht gut lesbar - aber sie können eben nur schwarzweiß. Konsequenterweise brachte der Hersteller Trekstor seinen E-Book-Player 7 mit farbigem LCD-Schirm auf den Markt. Die Vorteile gegenüber E-Ink-Geräten: Dank Hintergrundbeleuchtung kann man mit dem E-Book-Player auch im Dunkeln lesen. Der LCD-Schirm reagiert zudem schneller als die etwas träge E-Ink-Technologie. Auf dem Gerät kann man auch Fotos betrachten (auf der teureren M-Version sogar Videos), und mit ca. 130 Euro ist es ziemlich günstig. Der E-Book-Player verbraucht allerdings wesentlich mehr Strom als ein gängiges E-Ink-Gerät, der Akku hält kaum acht Stunden. Außerdem gibt es keine Internetanbindung: E-Books werden per USB vom Rechner überspielt. Und bei Sonnenschein ist's auch bei diesem Gerät mit dem Lesen vorbei. Vor allem aber fehlt ihm eines: ein E-Ink-Display. Für graue Wintertage ist der E-Book-Player keine schlechte Wahl. Nächstes Jahr sollen allerdings die ersten farbigen E-Ink-Displays auf den Markt kommen. Die beruhigende Schwarzweißödnis heutiger E-Book-Reader wird uns fehlen.

Thomas Vašek ist Journalist und Buchautor in München


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