Die Abenteuer des dichtenden Abbate

Feuilleton | aus FALTER 49/10 vom 08.12.2010

Die Staatsoper bekommt einen neuen Da-Ponte-Zyklus. Im Schatten Mozarts steht dessen Librettist, der Abenteurer und Aufklärer Lorenzo Da Ponte

Porträt: Carsten Fastner

Eine der folgenreichsten Begegnungen der Musikgeschichte begann mehr als nur verhalten - und das nicht ohne Grund. "Wir haben hier einen gewissen abate da Ponte als Poeten", berichtete Wolfgang Amadeus Mozart im Mai 1783 seinem Vater über die Schwierigkeiten, eine Zusammenarbeit mit dem wenig schmeichelhaft beleumundeten Librettisten Lorenzo Da Ponte anzubahnen. "Dieser muss per obligo ein ganz Neues büchel für den Salieri machen, dann hat er mir ein Neues zu machen versprochen; - wer weis nun ob er dann auch sein wort halten kann - oder will! - sie wissen wohl die Herrn Italiener sind ins gesicht sehr artig! - genug, wir kennen sie! - ist er mit Salieri verstanden, so bekomme ich mein lebtage keins und ich möchte gar zu gerne mich auch in einer Welschen opera zeigen."

Dass "der Herr Italiener" sich zunächst zwar ein


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