Die Haute Couture aus Lustenau

Feuilleton | aus FALTER 49/10 vom 08.12.2010

Wie es dazu kam, dass Vorarlberg zum Mekka afrikanischer Fashion-Victims wurde, zeigt die Schau "African Lace"

Ausstellungsrundgang: Matthias Dusini

Wenn in Nigeria von Österreichern die Rede ist, heißt es: "Das sind die, aus deren Vorhängen wir Kleider machen." Das Museum für Völkerkunde zeigt in einer Ausstellung ein besonderes Beispiel von Globalisierung: Seit 50 Jahren beliefern Vorarlberger Firmen die Modeindustrie von Lagos mit "Lace" (Spitze). Genauer gesagt: Türkische Arbeiter stellen auf Schweizer Maschinen aus in Asien produzierten Fäden Luxusstoffe für Lustenauer Familienbetriebe her, die dann von nigerianischen Geschäftsfrauen nach Afrika importiert werden.

Die Spitzen sind in Wahrheit industrielle Stickereien, die sich für den traditionellen, ornamentreichen Stil von Anzügen und Kostümen eignen. Traditionell heißt in diesem Zusammenhang eine Art Retroafrikanismus, der sich nach dem Kolonialismus durchsetzte: Männer trugen keine Sakkos und Krawatten mehr, sondern


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