Diese Woche haben wir gelernt

Bemerkenswerte Stadt-Begebenheiten

Stadtleben | aus FALTER 49/10 vom 08.12.2010

... dass Thermendramen die Stadt erschüttern. Drei Kinder und eine 31-jährige Frau erlitten vergangene Woche Vergiftungen, weil Kohlenmonoxid aus ihren Gasthermen austrat. Allen geht es mittlerweile wieder besser, auch wenn zwei der Kinder auf der Intensivstation behandelt werden mussten. Kohlenmonoxid ist geruchslos und unsichtbar. Eine Vergiftung kann innerhalb weniger Minuten von Kopfschmerzen und Schwäche zum Tod führen. Gasthermen sollten einmal jährlich überprüft werden.

... dass Schneedramen die Stadt erschüttern. Dezimeterweise gab er der Stadt, hinterlegt mit der üblichen Katastrophenrhetorik, vergangene Woche ein neues Gesicht. Das beeinträchtigte den Verkehr, auch die Kurzparkregelung wurde kurzfristig aufgehoben. Und es führte auf städtischen Eislaufplätzen und Rodelpisten zum Vollausbrauch der Wintersaison.

... dass Life-Ball-Ästhetik die Stadt erschüttert. Dieser Tage wurde die unbescheiden sogenannte Style-Bible zusammengestellt, an der sich die Kostüme der Ballbesucher anlehnen sollen. Nächstjähriges Motto der Aids-Charity: "Luft", was konkret wohl Engelsflügel und Götterbote-Hermes-Goldfolien-Aufmachung bedeutet. Der 19. Life Ball findet am 21. Mai 2011 statt. Hoffentlich gibt's dann nicht nur heiße Luft!

... dass Baumschmuck Geschmackssache ist. Zum Beispiel vorm AKH. Während anderswo öffentliche Christbäume warm-wohlig erstrahlen, glänzt der Christbaum vor der größten Wiener Krankenanstalt in diesem Jahr steril kaltblau. Das wird heuer nur von der Baumdeko vorm Stadtgartenamt getoppt: Am Heumarkt feiert man doch tatsächlich jetzt schon grellweiße Weihnachten.


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