Ski?

Lauf versus Läufer: wenn oana auskimmt

Wintersportglosse

Stadtleben | aus FALTER 49/10 vom 08.12.2010

Wolfgang Kralicek schaut im Winter lieber Skirennen als Fußball

Aufgehen tut normal nur eine Torte, und wenn einem im richtigen Leben etwas auskommt, dann ist es höchstens die Hand. Bei Skiübertragungen aber hört man häufig den Satz: "Wenn dem einmal ein Lauf aufgeht, dann könnte er ganz vorn landen!" Oder, in der rustikalen Version: "Wenn dem oamoi oana auskimmt ?" Es gibt also Rennfahrer, die haben ihr Schicksal offenbar nicht selbst in den Beinen. Sie wären zwar potenziell dazu in der Lage, ein perfektes Rennen zu fahren; aber damit sie es auch tun, sind sie sozusagen auf höhere Mächte angewiesen, die den Lauf "aufgehen" lassen. In den technischen Disziplinen ist es dafür zunächst einmal wichtig, in den Lauf zu "finden"; damit wiederum ist nicht der richtige Weg durch das erste Tor, sondern der richtige Rhythmus gemeint, mit dem die Schwünge gesetzt werden. Wir lernen: Der Lauf als solcher ist ein Hund. Viele sind talentiert genug, an einem guten Tag ein Rennen zu gewinnen. Aber nur die wenigsten haben so viel Klasse, um auch an weniger guten Tagen zu gewinnen. Es sei denn, einem weniger Begabten kommt einmal ein Lauf aus.


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