Kritik

Der König der Monster: Neues aus Suchys Welt

Lexikon | aus FALTER 49/10 vom 08.12.2010

Der Regisseur Christian Suchy ist einer der spannendsten Theatermacher der Stadt. Er hat seinen eigenen, sehr eigenen Stil, und trotzdem weiß man nicht, was einen erwartet. Suchy ist ein Riskierer, der jedes Mal bei null anfängt. Nach dem Ende von dietheater hat Suchy im Tag eine neue Heimat gefunden; die Wirtshausgroteske "Iaxnbruad" war dort einer der Hits der letzten Spielzeit. Mit denselben Schauspielern hat Suchy jetzt das neue Stück "Monstrorum Rex" erarbeitet. Der König der Monster ist der Wissenschaftler Takko Vogel (Georg Schubert), ein österreichischer Doktor Frankenstein, dessen Homunculus Adi (Horst Heiß) an zu wenig Kalk und zu viel Sexualtrieb ("Moch ma a Party?") laboriert. Ein autoritärer Spießer (Gernot Plass) und eine joviale Tirolerin (Petra Strasser) komplettieren die illustre Gesellschaft.

Der "Sajenzfigdschndrilla" ist einerseits in mittelferner Zukunft angesiedelt, spielt andererseits aber in jenem seltsamen Suchyland, in dem sowieso eigene Gesetze herrschen. Der Humor ist noch finsterer als sonst, und wie immer wird großer Wert auf gepflegten Dialekt gelegt. Wobei der Schwerpunkt auf sprachlicher Ebene diesmal westlicher angesetzt ist: Takko und sein Adi kommen hörbar aus dem Salzkammergut; dort wird ein weiches Idiom gesprochen, das sehr schön mit den darin formulierten Grausamkeiten kontrastiert. Suchy und seinen Schauspielern sind da wieder ein paar außergewöhnliche Gestalten gelungen; dennoch überzeugt der Abend nur bedingt. Die Schwierigkeit bei dieser Art von Theater besteht darin, aus den in Improvisationen entstandenen Einzelteilen ein schlüssiges Ganzes werden zu lassen. Das ist in diesem Fall nicht ganz gelungen. Auf die Gefahr hin, am Ende nicht ganz durchzublicken, kann der Besuch in diesem österreichischen Fegefeuer trotzdem lohnend sein. WK

Tag, Sa, Mo 20.00


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