Neu im Kino

Erleuchtung garantiert: "David wants to fly"

Lexikon | aus FALTER 49/10 vom 08.12.2010

Donovan schwört drauf, die Beatles haben drauf geschworen und nun auch David Lynch! Also beschließt David Sieveking, sein größter Fan, nach Iowa zu fahren, um den bewunderten Filmregisseur und gläubigen Jünger des Prominentengurus Maharishi Mahesh Yogi bei einer Konferenz zu treffen und von ihm alles über "transzendentale Meditation" zu lernen.

Was folgt, ist abgründiger, lustiger und bizarrer, als es je ein Lynchfilm war. Vieles von dem, was "David wants to fly" über Meditation zusammenträgt, mutet versponnen bis harmlos naiv an. So etwa die These vom Yogischen Fliegen. Das freie Levitieren sei erlernbar, bringe Erleuchtung, verhelfe aber auch zur Umkehrung des Alterungsprozesses und mache Wünsche wahr. Wenn genügend Yogische Flieger abheben, dann werde Deutschland endlich wieder "unbesiegbar" sein!

Ob sich David Lynch unwissentlich mit Neonazis eingelassen, keine Ahnung vom Treiben seiner deutschen Glaubensbrüder hat oder schlicht jenseits von Gut und Böse ist, sei dahingestellt. Seitdem er persönlich versuchte, die Premiere auf der Berlinale zu verhindern, und mit einer Klage drohte, gab es keine offizielle Stellungnahme mehr. "Über einen Journalisten habe ich aber erfahren," so Regisseur David Sieveking zum Falter, "dass er sich dagegen entschieden hat, gerichtlich vorzugehen, da er meinem Film nicht noch mehr Aufmerksamkeit verschaffen möchte. Wir haben ihn mehrmals zu Vorführungen eingeladen, aber er ist nie gekommen. Er arbeitet zurzeit selber an einem Dokumentarfilm über Maharishi und seine Lehre: 'Der definitive Film über Maharishi' wird das Werk angekündigt; inwieweit es sich um einen Dokumentar- oder eher einen Imagefilm handelt, bleibt abzuwarten." MO

Ab Fr im De France (OmU) - Premiere und Publikumsgespräch mit Regisseur David Sieveking und Ulrike Schrott (Autorin von "Maharishi Good Bye"): Do, 9.12., 20.30 im Votiv


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