Kunst Kritiken

Von der Freiheit der nur fast geraden Striche

Steiermark | aus FALTER 49/10 vom 08.12.2010

Mit viel Achtsamkeit und Konzentration baut Luise Kloos ihre Zeichnungen aus einzelnen, vertikal geführten Strichen auf, die, für sich genommen, nichts bedeuten, in ihrem Zusammenspiel dann aber immer sprechend werden. Der Mut zur Reduktion zeitigt Regelmäßigkeiten, die aber auch ihre wunden Stellen haben. Am Ende sind der Künstlerin genau die kleinen Unterschiede wichtig, die sich etwa aus den leisen Unterschieden in Strichlänge, -breite oder -richtung ergeben, Texturen bilden, die über die bloße Repetition eines Schemas hinausgehen, ein Licht- und Schattenspiel oder überhaupt ganze Weltlandschaften andeuten. Einfach sein, ist der Imperativ, den Kloos unserer nicht nur per Glühwein überhitzten Welt entgegenhält. UT

Akademie Graz, bis 18.2.


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