Der Messias kommt dieses Jahr deutlich früher

Steiermark | Michael Thurm | aus FALTER 49/10 vom 08.12.2010

An der Grazer oper wird leichtfüßig Barock getanzt

Gut zwei Wochen vor dem Weihnachtsfest kommt der Messias in der Grazer Oper auf die Bühne. Zwar ist es nicht der Heiland persönlich, dessen Erscheinung wir an dieser Stelle verkünden, dafür aber die Aufführung von Darrel toulons neuem Tanzstück zu Klängen von Georg Friedrich Händels Oratorium "Messiah". Ein gewaltiges Werk, mitten aus dem barocken 18. Jahrhundert, über die Ankündigung und Geburt Christi, sein Leiden und die Auferstehung.

Für den Choreografen Darrel Toulon ist es in dieser Spielzeit bereits die zweite Inszenierung nach "Intimacy". Zuvor sind er und seine international zusammengewürfelte Tanzkompanie sowohl mit eigenen Handlungsballetten als auch mit flotten Deutungen von Klassikern wie dem "Nussknacker" aufgefallen. Dabei zeigte Toulon, dass er so gar nicht den Klischeevorstellungen von Spitzenballett und Tutu zu entsprechen bereit ist. "I hate ballet. But: I love dance", hat er dem Falter einmal verraten.

Um die religiöse und musikalische Schwere aus Händels "Messiah" zu nehmen, wird die sakrale Musik mit rhythmusbetonten Sequenzen abwechseln, Dirigent tecwyn evans sorgt dafür, dass sich das Werk nicht in zu viel barocker Opulenz verliert. Und Händel hätte wohl auch nichts dagegen, denn der hat schon zu Lebzeiten mehrfach Änderungen an seinem Stück vorgenommen. Das muss ja auch mehr als 250 Jahre nach der Uraufführung erlaubt sein.

Oper Graz, Premiere am Sa 19.30


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