Kritik

Keramische Kubismen und liquides Steingut

Lexikon | aus FALTER 50/10 vom 15.12.2010

Mit Keramik konnte Fritz Wotruba nichts anfangen. Der österreichische Bildhauer klopfte lieber auf Stein und scheute das verachtete Material. Besser so, wie Manfred Pernice in der Secession beweist: Der deutsche Künstler hat eine von Wotrubas typisch kubischen Figuren aus Keramik geformt, die nun, braun lackiert, an das Blockmalz-Männchen erinnert. In Pernices Kunst liegt viel Humor, dennoch ist sie nicht auf Gags aus. Seine Schau "sculpturama" kommt ganz leicht daher und hat es doch in sich. Wie schon der Titel andeutet, ist die Ausstellung auch von einer vertikalen Blickachse her konzipiert. Die Besucher können eine große Aussichtsplattform betreten und von dort Pernices Skulpturenpark betrachten.

Im Grunde könnte man den ganzen Tag hier verbringen. Mit ihren dicht vollgestellten Rundpodesten und Schautafeln gibt die Ausstellung ungeheuer viel zu sehen, zu lesen und zu schmunzeln; auch für Sitzbänke und Ruhematten hat Pernice gesorgt. In den 90er-Jahren prägte er den Begriff "Verdostheit"


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